BM Auinger will Leichtathletik-Anlage im SPZ Nord gegen Austria-Stadion „eintauschen“
Leichtathletik-Verband übt scharfe Kritik
Mit scharfer Kritik reagiert der Salzburger Leichtathletik-Fachverband auf die Pläne von Bürgermeister Bernhard Auinger, die Leichtathletik-Anlage des Sportzentrums Nord einzustampfen und stattdessen ein neues Austria-Stadion zu bauen.
Insbesondere die Vorgehensweise empört Präsident Ferdinand Gugenberger: „Wenn der Bürgermeister schon seit Anfang des Jahres an diesem Plan arbeitet, stellt sich die Frage, warum er keine Zeit gefunden hat, mit den aktuellen Nutzern des Ortes in Kontakt zu treten. So haben wir aus der Zeitung erfahren, dass die Leichtathletik im Sportzentrum Nord vor einem möglichen Aus steht. Wir haben im Salzburger Sport ein gutes Miteinander. Eine Sportart auf Kosten einer anderen Sportart zu bevorteilen, entspricht nicht dem Stil, den wir bisher gewohnt sind.“
Vizepräsidentin Kimbie Humer-Vogl ergänzt: „Wir haben mit dem LTS einen engagierten jungen Verein, der sich insbesondere der Nachwuchsarbeit verschrieben hat. Leichtathletik ist keine Randsportart, sondern hat als Grundsportart einen ganz wesentlichen Anteil, wenn es darum geht, junge Talente vielseitig sportlich auszubilden. Diesen Kindern und Jugendlichen jetzt ihre Trainingsmöglichkeiten zu nehmen, ist schlichtweg unseriös.“
Verantwortlicher Umgang mit öffentlichen Geldern und Runder Tisch gefordert
Kritik üben Gugenberger und Humer-Vogl auch am Umgang mit öffentlichen Geldern: „Erst 2022 wurde das Sportzentrum Nord um 4 Millionen € saniert, nun sollen die Millionen verpuffen. Eine neue Leichtathletik-Anlage lässt sich nicht einfach aus dem Boden stampfen, wird ein Vielfaches an Kosten verursachen und vermutlich Jahre brauchen, bis sie gebaut wird. Wo sollen die Athleten zwischenzeitlich trainieren, und vor allem wer kommt für die Kosten einer neuen Anlage auf?“, fragen sich Gugenberger und Humer-Vogl und sind sich einig: „Einfach abreißen, ohne eine Alternative anzubieten, ist inakzeptabel. Wir fordern ehestmöglich einen Runden Tisch, bei dem alle betroffenen Vereine und Verbände geladen werden, über den aktuellen Stand der Planungen und die unterschiedlichen Optionen informiert werden und eigene Vorschläge und Anliegen einbringen können.“
Salzburger Fachverband für Leichtathletik
Ferdinand Gugenberger
Kimbie Humer-Vogl
